Fußball, Football, Kane: Ein Engländer will zwei Sportarten gleichzeitig knacken
Warum der Bayern-Knipser insgeheim von Touchdowns statt Toren träumt – und was aus seinem Doppelplan wirklich werden könnte
Aktualisiert · ⏱ 3 Min Lesezeit
Manche Fußballer träumen vom Champions-League-Pokal. Harry Kane träumt offenbar auch von einem Football, der eher oval ist als rund. Der englische Stürmer, seit seiner Zeit beim FC Bayern eher für Traumtore als für Sensationsmeldungen bekannt, hat einen Plan, der so schräg klingt, dass man ihn zweimal lesen muss: Nach seiner Karriere in München will er nicht einfach in Rente gehen – er will gleich zwei Sportarten auf einmal knacken. MLS und NFL. Fußball und Football. Gleichzeitig, oder zumindest kurz hintereinander.
Der Plan hinter dem Plan
Ganz neu ist die Idee nicht. Kane hat in Interviews immer wieder durchblicken lassen, dass ihn American Football fasziniert – nicht als Zuschauer, sondern als potenzieller Teilnehmer. Konkret geht es dabei nicht um die Rolle des Runningbacks, der sich durch die Verteidigung kämpft, sondern um den vielleicht unauffälligsten, aber entscheidendsten Job auf dem Feld: den des Placekickers. Wer regelmäßig aus 25, 30 Metern trifft und dabei noch Bälle über 60 Meter ins Toreck zirkelt, hat offenbar auch ein Näschen dafür, was ein Football-Kicker aus 45 oder 50 Yards leisten muss.
Ich glaube, ich könnte das ganz gut. Die Technik ist anders, aber das Bein und das Timing – das hat man oder man hat es nicht.
Und die MLS? Die ist für Kane womöglich der realistischere erste Schritt. Nach seiner Zeit beim FC Bayern gilt die nordamerikanische Liga längst nicht mehr als Abstellgleis für Fußball-Rentner, sondern als glamouröse Bühne mit Stars wie Lionel Messi in Miami. Ein Wechsel in die USA würde Kane geografisch genau dorthin bringen, wo sein zweiter Traum ebenfalls spielt – nämlich mitten hinein in die Football-Nation.
Gab's das schon mal?
Die Idee, vom Fußball in den American Football zu wechseln, ist übrigens kein Hirngespinst. Die Geschichte der NFL ist voll von Kickern mit Fußball-Wurzeln. Der Zypriote Garo Yepremian etwa, einer der ersten großen NFL-Kicker der 70er-Jahre, kam ursprünglich vom runden Leder. Auch spätere Kicker-Generationen rekrutierten sich oft aus Ländern, in denen Fußball König ist – schlicht, weil das Bein für präzise Distanzschüsse dort besser geschult wird als im klassischen amerikanischen Sportsystem. Der Sprung ist also nicht neu, nur selten machen ihn aktive Weltklasse-Stürmer mitten in ihrer Karriere.
Der Unterschied bei Kane: Er würde nicht als unbekannter Talentschuppen-Import in die NFL kommen, sondern als einer der bekanntesten Fußballer der Welt, ausgestattet mit Champions-League-Erfahrung, Bundesliga-Torschützenkönig-Titeln und einem Marktwert, der selbst in den USA für Aufmerksamkeit sorgen würde. Ob ein NFL-Team tatsächlich bereit wäre, ihm einen Vertrag anzubieten, ist eine andere Frage – aber allein die Vorstellung, dass der Bayern-Knipser demnächst mit Helm und Schulterpolster auflaufen könnte, hat genug Sprengkraft für Schlagzeilen.
Zwischen Traum und Trainingsplatz
Realistisch betrachtet dürfte der Weg dahin lang und steinig sein. American Football ist eben nicht nur Beinarbeit – es braucht spezifisches Techniktraining, andere Bewegungsmuster und vor allem Zeit, die ein aktiver Profifußballer schlicht nicht hat. Doch genau das macht die Geschichte so charmant: Sie lebt nicht vom Businessplan, sondern von der Lust am Ausprobieren. Kane selbst hat betont, dass es ihm nicht um einen sofortigen Wechsel geht, sondern um eine Option für die Zeit nach dem aktiven Fußball – ein Hobby mit Profi-Ambitionen, sozusagen.
Vielleicht bleibt es am Ende bei einer schönen Anekdote, die in ein paar Jahren wieder auftaucht, wenn Kane tatsächlich in die MLS wechselt und Reporter ihn nach seinem Football-Traum fragen. Vielleicht aber steht er in fünf oder sechs Jahren wirklich mit Tee-Peg statt Anstoßpunkt auf dem Rasen und schießt Field Goals, während im Hintergrund ein Stadion tobt, das gerade erst gelernt hat, seinen Namen zu skandieren – nur eben auf eine ganz neue Art.
Häufige Fragen
Hat Harry Kane wirklich einen NFL-Wechsel geplant?
Warum ausgerechnet Kicker und nicht eine andere Position?
Gibt es Beispiele für erfolgreiche Wechsel vom Fußball zum American Football?
Wie realistisch ist ein Wechsel in die MLS für Kane?
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