Mac Studio M5 Ultra: Für den Preis bekommst du auch einen Kleinwagen (oder 47.000 Döner)
Wenn die Gerüchte stimmen, knackt Apples nächster Profi-Rechner die 10.000-Euro-Marke. Wir haben nachgerechnet, was man sich stattdessen leisten könnte.
Aktualisiert · ⏱ 3 Min Lesezeit
Ein Computer, der mehr kostet als so mancher Gebrauchtwagen – klingt nach Satire, könnte aber bald Realität sein. Gerüchten zufolge dürfte der voll ausgestattete Mac Studio mit M5 Ultra die magische 10.000-Euro-Schwelle reißen. Zeit, mal ehrlich durchzurechnen, was das eigentlich bedeutet.
Fangen wir mit den nackten Zahlen an, soweit sie bislang kursieren: Basierend auf dem aktuellen Preisgefüge von Apples Profi-Linie – man denke an den M3 Ultra mit 512 GB Unified Memory und 8 TB Speicher, der schon jetzt bei knapp 10.000 Euro landet – ist es fast schon Mathematik statt Spekulation, dass ein M5 Ultra mit noch mehr RAM, noch mehr Kernen und noch mehr Marketing-Blabla diese Grenze locker sprengt. Apple rundet bekanntlich nicht ab.
Was 10.000 Euro sonst noch bewegen
Zum Vergleich, rein zum Spaß: Ein fabrikneuer Dacia Sandero steht bei uns um die Ecke für rund 12.000 Euro, ein solider Gebrauchtwagen mit TÜV bis 2027 ist für 10.000 Euro durchaus drin. Man könnte auch zwölf Monate lang die Miete für eine 2-Zimmer-Wohnung in einer mittelgroßen deutschen Stadt bezahlen – Nebenkosten inklusive, wenn man Glück hat. Oder, kulinarisch gedacht: bei einem Dönerpreis von 6,50 Euro sind das etwa 1.538 Döner. Rechnet man die Systemkonfiguration mit Zubehör und Steuer hoch, landen wir eher bei einer fünfstelligen Döner-Zahl über mehrere Jahre – die Überschrift war also nicht mal übertrieben.
Ein Computer für Menschen, die nicht fragen müssen, was er kostet – sondern nur, ob er schnell genug ist.
Doch bevor wir in Empörung verfallen: Der Mac Studio in seiner Topkonfiguration war noch nie für Otto Normalnutzer gedacht. Das Basismodell dürfte weiterhin bei überschaubaren 2.000 bis 3.000 Euro starten – vollkommen ausreichend für die meisten kreativen Anwendungen. Die Preisspirale nach oben entsteht durch RAM und Speicher, die bei Apple traditionell mit Goldrand kalkuliert werden. Ein Sprung von 512 GB auf 1 TB Unified Memory etwa kostet gerne mal so viel wie ein komplettes Einsteiger-MacBook.
Wer kauft sich sowas wirklich?
Die Zielgruppe ist kleiner, als man denkt – aber sie existiert, und zwar zahlungskräftig. Studios, die 8K-Rohmaterial in Echtzeit schneiden. Forschungsteams, die große KI-Modelle lokal laufen lassen wollen, ohne Cloud-Kosten oder Datenschutzbedenken. 3D-Artists, die komplexe Szenen rendern. Und natürlich: eine Handvoll Enthusiasten, die einfach das Beste wollen, koste es, was es wolle – der Prestige-Faktor eines Mac Studio in maximaler Ausbaustufe ist nicht zu unterschätzen.
Interessant wird es, wenn man den Rechenpreis pro Leistung betrachtet. Wer lokal große Sprachmodelle betreiben will, für den ist Unified Memory Gold wert – ein Mac Studio mit viel RAM kann Modelle laden, für die man sonst mehrere High-End-Grafikkarten bräuchte. Plötzlich wirkt der horrende Preis fast schon wie ein Schnäppchen, verglichen mit einem selbstgebauten Server voller Nvidia-Karten, die aktuell ebenfalls kaum unter fünfstelligen Beträgen zu haben sind.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Mac Studio M5 Ultra in Vollausstattung ist kein Heimcomputer mehr, sondern ein Werkzeug für sehr spezifische, sehr zahlungskräftige Berufsgruppen. Für alle anderen gilt: Es gibt auch die kleinen Konfigurationen – und die reichen für 99 Prozent aller Anwendungsfälle locker aus. Der Kleinwagen bleibt trotzdem eine charmante Alternative.
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