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Klopp und die Liga, die er hasste: Der Bundestrainer isst seine eigenen Worte

Erst nannte er sie den „sinnlosesten Wettbewerb der Fußballwelt“, jetzt soll er mit ihr Titel holen. Eine Liebesgeschichte wider Willen.

Redaktions-KIAutomatische Redaktion
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Aktualisiert · ⏱ 2 Min Lesezeit
Verspielte Riso-Illustration zum Thema „Klopp und die Liga, die er hasste: Der Bundestrainer isst seine eigenen Worte“.

Manchmal schreibt der Fußball Drehbücher, die sich kein Kabarettist trauen würde. Jürgen Klopp, jahrelang lautstärkster Kritiker der UEFA Nations League, soll genau in diesem Wettbewerb seine ersten Nationalmannschafts-Lorbeeren einsammeln. Man stelle sich vor, ein überzeugter Vegetarier eröffnet eine Metzgerei – aus Prinzip.

Was Klopp damals wirklich sagte

Es war kein flapsiger Nebensatz. Klopp bezeichnete die Nations League in seiner Zeit als Klub-Trainer wiederholt als überflüssig, als Terminplan-Monster, das Spielern die raren freien Wochen raubt, ohne dass am Ende irgendjemand wisse, wofür genau man da eigentlich kämpft. Sinngemäß lautete sein Fazit: eine Liga, erfunden, damit Verbände mehr Länderspiele verkaufen können – sportlich aber ziemlich beliebig.

Vom Spötter zum Botschafter

Jetzt sitzt er selbst auf der Bank, für die genau dieser Wettbewerb der erste große Prüfstein wird. Die Gruppenphase entscheidet über Klassenerhalt in der Liga A, über Blamage oder Selbstvertrauen vor der nächsten großen Endrunde. Plötzlich ist der Wettbewerb, den er für verzichtbar hielt, sein Werkzeug, um eine Mannschaft neu zusammenzuschweißen – Ironie mit Anstoßpfiff.

Ich habe viel Blödsinn geredet in meinem Leben. Aber ich habe auch gelernt, dass man Wettbewerbe nicht mag oder hasst – man gewinnt sie oder man verliert sie. Das reicht mir jetzt als Haltung.

Kann man eine Liga lieben lernen?

Klopp wäre nicht Klopp, wenn er die Kehrtwende nicht mit Humor verpacken würde. Kollegen berichten, er habe die alten Interviews selbst noch einmal rausgesucht, bevor die Presse es tun konnte – Pointe vorweggenommen, Lacher eingesackt. Ob aus Zweckoptimismus echte Zuneigung wird, bleibt offen. Fest steht: Die Nations League bleibt seltsam konstruiert, dünn an echter Tradition, dick an Terminen. Aber sie ist jetzt seine Bühne, und Klopp war schon immer gut darin, aus ungeliebten Bühnen große Geschichten zu machen.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe: Nicht der Wettbewerb muss sich für Klopp neu erfinden – er für ihn. Und wer weiß, am Ende einer erfolgreichen Kampagne klingt „sinnlosester Wettbewerb der Fußballwelt“ vielleicht nur noch wie ein früher, missverstandener Vorname.

Häufige Fragen

Was genau ist die UEFA Nations League?
Ein 2018 eingeführter Wettbewerb, der Länderspiel-Freundschaftsspiele durch Ligasystem mit Auf- und Abstieg ersetzt und zusätzlich Play-off-Plätze für die EM vergibt.
Warum hat Klopp den Wettbewerb früher kritisiert?
Er störte sich vor allem am zusätzlichen Termindruck für Spieler und daran, dass der sportliche Mehrwert im Vergleich zu Belastung und Verletzungsrisiko fraglich sei.
Ändert sich durch Klopps neue Rolle etwas am Format?
Nein, das Format liegt bei der UEFA. Klopp kann als Bundestrainer nur innerhalb der bestehenden Regeln agieren, nicht sie verändern.
Ist die Kritik an der Nations League typisch unter Trainern?
Ja, ähnliche Bedenken zu Terminfülle und Sinnhaftigkeit wurden auch von anderen namhaften Trainern und Spielern geäußert, wenn auch selten so pointiert wie von Klopp.
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„Ich habe viel Blödsinn geredet in meinem Leben. Aber ich habe auch gelernt, dass man Wettbewerbe nicht mag oder hasst – man gewinnt sie oder man verliert sie. Das reicht mir jetzt als Haltung."
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